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Backlinks mieten – Investitionsrechnung Linkaufbau

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Backlinks mieten - Investitionsrechnung Linkaufbau

Ist es günstiger Backlinks zu mieten, zu kaufen, oder in den organischen (natürlichen) Linkaufbau zu investieren? Um diese Frage zu beantworten, müssen die unterschiedlichen Zahlungsströme der verschiedenen Methoden erst einmal vergleichbar gemacht werden.

Bei gemieteten Backlinks werden üblicherweise monatliche Beträge bezahlt. Beim Linkkauf und dem organischen (natürlichem) Aufbau von Links wird hingegen am Anfang ein höherer Betrag investiert. Dafür entfallen dann die zukünftigen monatlichen Zahlungen wie bei der Linkmiete.

Auf den ersten Blick ist es aufgrund der unterschiedlichen Zahlungszeitpunkte schwer zu beurteilen, welche Methode unter dem Strich günstiger ist. Mit Verfahren der dynamischen Investitionsrechnung können die unterschiedlichen Zahlungsströme jedoch vergleichbar gemacht und die Alternativen damit bewertet werden. Um alle Leser “abzuholen” möchte in diesem Beitrag darauf verzichten mathematische Formeln der dynamischen Investitionsrechnung im Detail zu erläutern. Vielmehr ist in dem Artikel der Download von einer Excel-Tabelle verlinkt, welche einem die Berechnungen abnimmt.

Qualität der Links

Die Qualität von Links kann sehr unterschiedlich sein. Das betrifft sowohl die Qualität der verlinkenden Seite als auch die Qualität der Einbindung eines Backlinks. Vor einigen Tagen habe ich dem dem Beitrag “Gekaufte Links und Qualitätskontrolle” schon darauf aufmerksam gemacht, dass gemietete oder gekaufte Links gegenüber organisch aufgebauten Links oftmals eine schlechte Qualität besitzen. Zudem verstoßen sie gegen die Richtlinien von Google. Bei der Investitonsrechnung für den Linkaufbau gehen wir aber erst einmal davon aus, dass eine Qualitätskontrolle durchgeführt wurde und alle Links die gleiche Qualität besitzen. Wenn man möchte, kann man die allgemein schlechtere Qualität von gemieteten bzw. gekauften Links gegenüber dem natürlichem Linkaufbau später noch bewerten.

Linkmiete

Für gemietete Backlinks zahlt man üblicherweise eine monatliche Linkmiete. Wenn man mit den Mietlinks dauerhaft für die entsprechenden Keywords gute Rankings erzielen möchte, müssen die Links auch dauerhaft gemietet werden. Man kann daher auch von einer “ewigen Mietzahlung” sprechen. Welchen kalkulatorischen Wert hat diese “ewige Mietzahlung”? Man könnte denken, dass der Wert unendlich groß ist, wenn man ewig Miete zahlen muss. Dem ist natürlich nicht so. Wer das nicht glaubt, sollte sich einmal den Wikipedia-Artikel “Wert eines Goldesels” durchlesen.

Goldesel Backlinks vermietenIn der Investitionsrechnung benutzt man den Barwert einer Annuität (gleich bleibende regelmäßige Zahlung auf unbeschränkte Dauer), um eine solche Zahlungsreihe zu bewerten. Der Barwert ist der Wert, den zukünftige Zahlungen (Miete für Links) in der Gegenwart besitzen. Ich möchte das an einem Beispiel erläutern.

Beispiel Barwert Linkmiete:

Gehen wir davon aus, ein Unternehmen mietet einen Backlink für 50 EUR im Monat. Im Jahr betragen die Mietzahlungen also 12 x 50 = 600 EUR. Dieses geschieht Jahr für Jahr.

Würde das Unternehmen 15.000 EUR mit einem konstantem Zinssatz von 4 Prozent z.B. auf einem Tagesgeldkonto anlegen, erhielte es dafür am Ende eines jeden Jahres 600 EUR Zinsen (0,04 x 15.000 = 600). Die Zinsen würden also genau ausreichen, um den 50-EUR-Mietlink zu bezahlen. Daher beträgt der Barwert der Linkmiete bei einem Kalkulationszinsatz von 4 Prozent genau 15.000 EUR.

Die Entscheidung einen Backlink für 50 EUR pro Monat zu mieten, entspricht also in unserem Beispiel rechnerisch einem dauerhaftem Investment in Höhe von 15.000 EUR. Das hört sich für einen einzelnen Link nach sehr viel Geld an. Man kann also schon einmal vermuten, dass das Geschäftsmodell der Mietlinks für die Vermieter von Backlinks ein echter Goldesel ist.

Wie man sieht, ist der Barwert von der Höhe der monatlichen Zahlungen und vom Kalkulationszins abhängig. Die Höhe der monatlichen Mietzahlung sind als Berechnungsgrundlage bekannt. Den Kalkulationszinssatz muss jedes Unternehmen jedoch subjektiv festlegen. Gibt es Kapitalengpässe, so kann man für den Kalkulationszinssatz den durchschnittlichen Return on Investment (ROI) von anderen Investitionen verwenden. Alternativ kann auch der Zinssatz für langfristiges Fremdkapital verwendet werden. Diesen Wert muss jedes Unternehmen individuell für sich bestimmen. Am besten fragt man einmal in der Controlling-Abteilung nach, mit welchem Kalkulationszinsfuß das Unternehmen arbeitet.

Der Kalkulationszinssatz erfüllt eine Zeitausgleichfunktion. Kalkuliert ein Unternehmen mit hohen Zinsen, ist es um so vorteilhafter, wenn Zahlungen erst in möglichst weiter Zukunft anfallen. Bei einem hohen Kalkulationszins sinkt daher der Barwert von Mietlinks, da viele Linkmieten erst in einer fernen Zukunft bezahlt werden müssen. Ist der Kalkulationszins jedoch niedrig, so wird der Vorteil von späteren Zahlungszeitpunkten geringer und der Barwert der Mietlinks steigt.

Natürlich kann man nicht nur den Barwert eines einzelnen Backlinks ermitteln, sondern auch den Barwert von einem ganzen Paket von Links. Schauen wir uns das Beispiel an, dass für eine Website 100 Backlinks für insgesamt 5.000 EUR im Monat gemietet werden. Die jährlichen Mietzahlungen betragen also 60.000 EUR. Bei einem Kalkulationszinssatz von ebenfalls 4 Prozent würde der Barwert der Mietlinks somit 1.500.000 EUR betragen. Verdoppelt man in dem Fall den Kalkulationszinssatz von 4 Prozent auf 8 Prozent, so halbiert sich der Barwert der Mietlinks auf 750.000 EUR. Bei 12 Prozent beträgt er folgerichtig nur noch 500.000 EUR.

Organischer (natürlicher) Linkaufbau

Da wir jetzt den Barwert von gemieteten Backlinks kennen, können wir überlegen, welchen Betrag wir alternativ in den Linkaufbau durch organische Links investieren können, um uns die dauerhaften Mietkosten zu ersparen.

In dem Beispiel oben haben wir gesehen, dass der Barwert eines 50-EUR-Mietlinks bei eine Kalkulationszins in Höhe von 4 Prozent 15.000 EUR beträgt. Theoretisch könnten wir also bis zu 15.000 EUR in den Linkaufbau eines organischen Links investieren, um den gemieteten Link für 50 EUR pro Monat zu ersetzen. Gelingt der organische Linkaufbau eines qualitativ vergleichbaren Links für weniger als 15.000 EUR, so wäre diese Methode wirtschaftlich vorteilhaft.

Das setzt allerdings voraus, dass der organische Link ewig in gleicher Qualität bestehen bleibt und niemals ersetzt werden muss. Diese Annahme ist natürlich unrealistisch. In der Realität gehen organische Links im Zeitablauf verloren. So kann es beispielsweise passieren, dass ein Link wieder entfernt wird, bei einem Relaunch verloren geht, die linkgebende Website den Betrieb einstellt, oder die verlinkende Seite aus irgendeinem anderen Grund nicht mehr von Google indexiert wird.

Daher muss man davon ausgehen, dass organische Links im Zeitablauf regelmäßig durch frische Links ersetzt werden müssen. Mir ist leider keine Statistik bekannt, wie lang die durchschnittliche Lebensdauer eines organischen Links ist. Als Annahme halte ich einen Wert von 3 Jahren für realistisch. Manche Links verschwinden nach 1 Jahr, andere Links bleiben 5 Jahre bestehen. Ein Wert von 3 Jahren liegt gut in der Mitte. Auch hier kann jeder seine eigene Annahme bezüglich der Lebensdauer treffen.

Beziehen wir eine Lebensdauer des organischen Links von 3 Jahren in unsere Investitionsrechnung ein, so können wir in unserem Beispiel nicht bis zu 15.000 EUR (Barwert Mietlink) in den Linkaufbau investieren. Vielmehr ist ein Betrag kleiner 15.000 EUR gesucht, so dass der Restbetrag bei einer Verzinsung von 4 Prozent nach 3 Jahren wieder auf 15.000 EUR angewachsen ist und erneut in frische Links investiert werden kann.

Der von uns gesuchte Wert beträgt 1.665 EUR. Den Wert kann man ganz einfach mit Hilfe der Excel-Tabelle weiter unten bestimmen. Der Restbetrag in Höhe von 13.335 EUR (15.000 – 1.665 = 13.335) würde bei einem Zinssatz von 4 Prozent nach 3 Jahren mit Zins und Zinseszins wieder 15.000 EUR betragen. Ab sofort und danach jeweils alle 3 Jahren könnten also auf ewige Zeit immer wieder 1.665 EUR in den organischen Linkaufbau investiert werden. Möchte man jedes Jahr konstant den gleichen Betrag in den organischen Linkaufbau investieren, so kann man dafür natürlich auch einfach die Höhe der Linkmiete als Budget ansetzen. Bei dem Link in unserem Beispiel wären es 600 EUR pro Jahr.

Bei den Annahmen “Linkmiete: 50 EUR pro Monat”, “Kalkulationszinssatz: 4 %” und “Lebensdauer organische Links: 3 Jahre” wären die Investitionskosten für die Linkmiete und den organischen Linkaufbau in Höhe von 1.665 EUR bei einen qualitativ vergleichbaren Link wie dargestellt also identisch. Wenn ein organischer Linkaufbau für weniger als 1.665 EUR gelingt, dann ist diese Methode gegenüber der Linkmiete in Höhe von 50 EUR pro Monat wirtschaftlich günstiger.

Im Normalfall sollte es möglich sein, anstelle eines Mietlinks für 50 EUR im Monat einen organischen Link mit einem Budget von bis zu 1.665 EUR aufzubauen. So könnte man beispielsweise einen erstklassigen Artikel inklusive Backlink und gewünschtem Anchor Text von einem namhaften Journalisten oder Experten für 1.000 EUR erstellen lassen. Die restlichen 665 EUR reichen wahrscheinlich für den Organisationsaufwand, um den Autor zu finden und den Artikel als Gastbeitrag auf einer externen Website zu platzieren. Natürlich gibt es noch eine Vielzahl weiterer Möglichkeiten für den organischen Linkaufbau.

Neben den kalkulatorisch günstigeren Kosten hätte der organische Linkaufbau zudem die Vorteile, dass die tatsächlich Qualität der Backlinks im Schnitt höher ist und man nicht offensichtlich gegen die Richtlinien von Google verstößt. In unserem Rechenmodell gehen wir allerdings wie beschrieben zur Vereinfachung von einer gleichen Qualität aus.

Ob der organische Linkaufbau tatsächlich günstiger ist, muss jedes Unternehmen mit Hilfe der Variablen “Höhe der Linkmiete”, “Kalkulationszins” und “Lebensdauer organische Links” allerdings subjektiv für sich selbst bewerten. In vielen Unternehmen fehlen sicherlich noch die Prozesse und Budgets für einen gezielten organischen Linkaufbau. Diese Situation sollte aber dringend überdacht werden, falls nach interner Bewertung der organische Linkaufbau langfristig zu günstigeren Kosten möglich ist und qualitativ bessere Links erzeugt.

Fehlen in einem Unternehmen das notwendige Know-how, personelle Ressourcen und die entsprechenden Prozesse, so besteht auch die Möglichkeit eine Linkaufbau-Agentur mit dem organischen Linkaufbau zu beauftragen. Auch hierbei hilft die folgende Excel-Tabelle, um die Investition in die Dienstleistungen einer Linkaufbau-Agentur zu bewerten.

Excel-Tabelle Investitionsrechnung Linkaufbau

Die dargestellten Berechnungen lassen sich schnell und einfach mit dieser Excel-Tabelle durchführen:

Download Excel-Tabelle “Investitionsrechnung Linkaufbau” (1 MB)

In die Tabelle muss der Nutzer nur drei Werte eintragen:

  1. Monatliche Kosten für Mietlink(s) (zur Bewertung eines einzelnen Links oder eines Pakets von Links)
  2. Kalkulationszinssatz
  3. Durchschnittliche Lebensdauer organisch aufgebaute Links in Jahren

Anhand dieser drei Werte wird automatisch der Barwert der Mietlinks berechnet und ermittelt, welches Budget alternativ für den organischen Linkaufbau investiert werden kann. Alle getroffenen Annahmen bei der Berechnung sind dabei am Ende der Excel-Tabelle aufgelistet.

Die folgende Grafik zeigt die Berechnung von unserem besprochenem Beispiel (Linkmiete: 50 EUR pro Monat; ,Kalkulationszinssatz: 4 %”; Lebensdauer organische Links: 3 Jahre).

Beispiel Investitionsrechnung Linkaufbau

Auf die Grafik klicken, um sie zu vergrößern - Beispiel Investitionsrechnung Linkaufbau



Man kann ganz einfach die drei Werte ändern, um die Ergebnisse für verschiedene Szenarien zu ermitteln. In vielen Fällen wird man zu der Bewertung kommen, dass Mietlinks im Vergleich zu den anderen Linkbuilding-Methoden langfristig eine sehr teure Variante sind und der organische Linkaufbau zu geringeren Kosten möglich ist.

Für wen rechnen sich gemietete Backlinks?

Man darf sich fragen, warum gemietete Backlinks so populär sind, wenn der organische Linkaufbau oftmals langfristig günstiger ist. Eine Antwort liegt in dem Wort “langfristig”.

Der organische Linkaufbau erfordert eine vergleichsweise hohe Anfangsinvestition. Zum Teil rechnen sich organische Links im Vergleich zu gemieteten Links erst nach zwei oder drei Jahren. Erst nach diesem Zeitraum zahlen sich die Investitionen gegenüber gemieteten Links aus. Bei einer kürzeren Betrachtungsdauer in der Investitionsplanung können Mietlinks daher durchaus die wirtschaftlichste Alternative sein. Für Unternehmen, die nur sehr kurzfristig planen, können gemietete Links daher sehr attraktiv sein. Die kurzfristig ausgerichtete Investitionsplanung lässt einem organischem Linkaufbau nicht die notwendige Zeit seine Stärken auszuspielen und sich zu amortisieren.

Die Investitionsrechnung für den Linkaufbau erklärt also nicht nur, warum der organische Linkaufbau langfristig häufig die wirtschaftlichste Methode darstellt. Über die Investitionsrechnung lässt sich auch sehr gut erklären, warum kurzfristig oftmals Mietlinks als bevorzugte Linkaufbau-Methode angewendet werden.

Grundsätzlich lassen sich drei Gruppen nennen, die mit einer kurzen Amortisationszeit planen und daher ein hohes Interesse an Mietlinks besitzen:

  1. Wegwerf-Domains: Viele Domains versuchen einfach nur in möglichst kurzer Zeit möglichst viel Gewinn zu generieren. Dabei werden zum Teil SEO-Methoden verwendet, die zwar gegen die Richtlinien von Google verstoßen, aber kurzfristig sehr erfolgreich sein können. Bis Google die Seite als Spam identifiziert hat, wurde oftmals schon genug Geld verdient, damit sich das Projekt rechnet. Parallel betreibt man als Risikoausgleich noch viele andere Domains und schickt auch immer wieder neue Domains ins Rennen. Wenn eine Domain bei Google “verbrennt”, ist das kein Beinbruch, sonder ein einkalkuliertes Risiko. Daher nennt man diese Domains auch Wegwerf-Domains. Für diese Domains sind Mietlink eine gute Möglichkeit schnell und ohne hohe Anfangsinvestitionen attraktive Rankings zu erzielen. Eine langfristige Planung für eine einzelne Domain findet nicht statt, da von einem langfristigen “Überleben” der Domain nicht ausgegangen wird.

  2. Startups mit schnellen Exit-Plänen: Nicht selten werden Startups aufgebaut, um sie möglichst schnell wieder gewinnbringend an Investoren zu verkaufen (Exit). Ein organischer Linkaufbau mit hohen Anfangsinvestitionen würde hier eher den Käufern und weniger den Verkäufern nutzen. Für den Verkäufer sind daher oftmals gemietete Backlinks eine gute Möglichkeit die “Braut” mit geringen Investitionen für den Investor zu schmücken.

  3. SEO-Agenturen: Grundsätzlich funktioniert (zumindest kurzfristig) die Methode mit Mietlinks ohne hohe Anfangsinvestitionen schnelle SEO-Erfolge zu erzielen. Eine SEO-Agentur kann z.B. für 10.000 EUR im Jahr Backlinks mieten und diese als SEO-Dienstleistung für 20.000 EUR im Jahr an einen Kunden verkaufen. Der Aufbau von organischen Links für 10.000 EUR hätte nicht den gleichen Erfolg. Für die gleiche Anzahl Links und damit einen vergleichbaren Erfolg müsste im ersten Jahr für in den organischen Linkaufbau ein deutlich höherer Betrag investiert werden. Viele Kunden sind nicht zu einer solch hohen Anfangsinvestition bereit. Bevor der Kunden an einen Wettbewerber verloren geht, bieten viele SEO-Agenturen lieber den Linkaufbau über Mietlinks an. Das Problem liegt hier nicht nur bei der Arbeitsweise mancher SEO-Agenturen. Problematisch ist es auch, wenn ein Kunde einfach ein zu geringes Anfangsbudget für einen organischen Linkaufbau zur Verfügung stellt, seine SEO-Stratgie zu kurzfristig plant und die Auswahl der SEO-Agentur stark vom Preis abhängig macht. Es bleibt zu hoffen, dass sich diese Situation mit den wachsenden SEO-Erfahrungen der Unternehmen zukünftig immer weiter bessern wird.

Neben diesen drei Gruppen sieht man aber auch bei Websites mit einer guten finanziellen Ausstattung und einem hochwertigen Contentangebot einen Linkaufbau über Mietlinks. Eigentlich kann man bei diesen Unternehmen grundsätzlich umfangreiches SEO-Know-how und eine langfristige Investitionsplanung unterstellen. Daher ist es manchmal überraschend, wenn solche Unternehmen offensichtlich erkennbar Links mieten. Ich glaube, dass es sich dabei zum Teil um einen Nachahmer-Effekt handelt. Immer wieder findet man auf den Suchergebnisseiten (SERPs) Beispiele für gute Rankings über gemietete Links. Auch auf SEO-Veranstaltungen und in Blog-Posts wird immer wieder von solchen Erfolgserlebnissen berichtet. Die Misserfolge in Form von abgewerteten Links und Google-Penalties werden hingegen eher verschwiegen. Zudem ist der Linkaufbau über Mietlinks organisatorisch wunderbar einfach und unerlaubte Methoden strahlen eine gewisse Faszination aus. Da liegt es nahe, dass auch hochwertige und etablierte Websites so “clever” sein wollen, den Erfolg von gemieteten Links für sich zu nutzen. Schließlich machen das scheinbar alle so.

Hinter allen Erfolgsgeschichten von Mietlinks steht aber erst einmal nur die Tatsache, dass Backlinks den wohl wichtigsten Rankingfaktor im Google-Algorithmus darstellen. Man darf aber nicht den Fehler begehen, dass die Miete von Backlinks automatisch das bevorzugte Mittel der Wahl ist, nur weil andere Websites damit Erfolg haben. Eventuell befinden sich die anderen Websites aufgrund der dargestellten Gründe in einer völlig anderen Ausgangssituation, verfolgen andere Ziele und haben eine höhere Risikobereitschaft. Vielmehr sollte anhand der eigenen Unternehmenssituation geprüft werden, ob bei einer längerfristigen Investitionsplanung der organische Linkaufbau nicht wirtschaftlicher ist und gleichzeitig auch noch weniger Risiken beinhaltet.

Weiterentwicklung des Modells

Für das hier vorgestellte Methode zur Investitionsrechnung für den Linkaufbau wurden einige Annahmen bewusst vereinfacht, damit das Modell nicht unnötig komplex wird. Trotzdem kann natürlicher jeder das Modell nach seinen eigenen Bedürfnissen erweitern. So könnte man beispielsweise zusätzlich auch die Risiken von abgewerteten Links und Google-Penalties in die Bewertung von Mietlinks einfließen lassen. Ebenso könnte man die Kosten für das Management von gemieteten Links z.B. für die Qualitätskontrolle berücksichtigen. Auch kann fallweise unterschieden werden, für welche Keywords Links aufgebaut werden sollen. In manchen Fällen kann der organische Linkaufbau sehr einfach gelingen, in anderen Fällen ist dieser Weg deutlich schwieriger und daher mit höheren Kosten verbunden. Letztendlich muss man bei der Interpretation der Ergebnisse bei jedem Modell die getroffenen Annahmen berücksichtigen und bei Bedarf das Modell anpassen. Kommentare, konstruktive Kritik, Verbesserungsvorschläge und Diskussionen sind jederzeit willkommen.

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53 Kommentare zu „Backlinks mieten – Investitionsrechnung Linkaufbau“

  1. Jennifer S. sagt:

    Gute Aufstellung der vergleiche und schön verständlich erklärt, besonders der Fakt mit den kalkulatorischen Zinsen und der Link-Miete.
    Auch wenn ein organischer Link nicht ewig in gleicher Form bestehen bleibt, man sollte nicht auf diese verzichten. Ich sehe da als Lösung immernoch einen geunden Mix aus den verschiedenen Verlinkungsmethoden.

  2. [...] Regeln funktioniert. Bei meinen Recherchen, bin ich auf einen sehr interessanten Artikel von Hanns Kronenberg gestoßen. Er versucht in seinem Artikel die Wirtschaftlichkeit von Mietlinks zu gekauften [...]

  3. Micha sagt:

    Interessanter Artikel mit vergleichen von Mietlinks zu Kauflinks. Es kommt ganz klar auf die wirtschaftlichen Möglichkeiten (Potential) an was der Seitenbetreiber bereit ist zu investieren, um den Erfolg X einzufahren. Seitenbetreiber wissen nicht immer die nötigen Investitionen, Kosten die fürs bessere Top-Ranking zu veranschlagen sind. SEO-Beratung, Aufklärungsarbeit tut da gut…

    Kurzfristig Backlinks mieten, kaufen. längerfristig dauerhafter Linkaufbau und Linküberwachung soweit gewünscht, bezahlbar. Den Verfall von Backlinks im allgemeinen von ca. 3 Jahren sehe ich ähnlich.

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