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FHM kapituliert im Internet

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FHM kapituliert im InternetHeute habe ich bei Kress gelesen, dass das Männermagazin FHM seine Website abgeschaltet hat und jetzt nur noch auf Facebook setzt.

In dem Kress-Artikel heißt es: “Wir sind da, wo unsere Leser sind, auf Facebook: Die Interaktion mit unseren Lesern ist für uns das Wichtigste.” Für das Geschäftsmodell einer Website sehe der Verlag “langfristig keine Perspektive”. Liebes FHM-Management, seid ihr Männer oder Memmen?

Viele Verlage haben massive Probleme mit ihrer Internet-Strategie, aber eine solche Bankrotterklärung habe ich selten gesehen. Auch wenn Facebook inzwischen 500 Mio. angemeldete Nutzer hat, so ist Facebook nicht das Web.

Einen Teil der potentiellen Nutzer schließt FHM einfach aus und begibt sich ganz in die Hände eines einzigen Anbieters. Die Kontrolle über die eigenen Inhalte im Web gibt man damit weitestgehend auf. Eine fatale Entscheidung. Schaut man auf die Daten der Sistrix Toolbox, so war die deutsche Website von FHM kein Überflieger, aber hatte immerhin einen Sichtbarkeitsindex von über 3 Punkten und eine Domain-Pop von über 700 verlinkenden Domains. Gemessen an der verkauften IVW-Auflage ((IVW I/2009)) von 129.120 Exemplaren, dürfte die Website alleine über Google Leser in einer ähnlichen Größenordnung gefunden haben.

Daten fhm-online.de Sistrix Toolbox (Woche vom 19.07.2010)

Daten fhm-online.de Sistrix Toolbox (Woche vom 19.07.2010)



Wie man sehr schön in der Grafik sieht, befindet sich die Sichtbarkeit bei Google seit zwei Wochen im freien Fall und nähert sich dem Nullpunkt. “Das Kerngeschäft für FHM liege derweil weiterhin am Kiosk”, heißt es bei Kress. Es wäre aber naiv zu glauben, dass ein Verzicht auf eine eigene Website im Internet-Zeitalter langfristig nicht auch Auswirkungen auf die verkaufte Auflage der Hefte haben wird. Davon abgesehen ist heutzutage eine langfristige Strategie, die auf den Verkauf von bedrucktem Holz setzt, ohnehin fragwürdig.

Es fällt mir schwer zu glauben, dass man in einem Verlag für die Internet-Strategie eines einigermaßen bekannten Titels keine besseren Ideen und Geschäftsmodelle als eine Facebook-Fanpage gefunden hat. Das macht mich fast sprachlos. Hoffen wir, dass es sich hierbei um einen Einzelfall in der Verlagsbranche handelt.

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17 Kommentare zu „FHM kapituliert im Internet“

  1. David sagt:

    Ich finde den Schritt eigentlich nur konsequent.

    Amerikaner würden sagen: go big or go home!

    FHM hat online weder eine Reichweite, noch eine Bekanntheit, mit der man in den nächsten Jahren Geld verdienen kann (wenn man immense Kosten für Personal und Technik betrachtet). In dieser Form und Größe geht es online einfach nicht!

    Ich bin nicht sicher, ob das gut oder schlecht ist, aber ich erwarte in den nächsten Jahren noch einige ähnliche Selbstmorde von kleinen oder mittleren Seiten.

    Und wer weiss – vielleicht finden die ja bei Facebook was zum geldverdienen – können die irgendwelche Bauerhoftiere verkaufen?

  2. Petrov sagt:

    Ich finde es auch Strategish sehr gut. Die Magazine mit monatlichen Ausgaben sind meistens Edel Magazine und Internet ist Verschwendung. Facebook reicht vollkommen für eine Ausgereifene Komminikation mit den Kunde. Ich würde sogar ein klein Twitter Account einschliesen, aber das was. Überlegen Sie wie viel PDF Ausgaben sind im Internet als torrents zu finden!
    Grüß
    Niko

  3. Max sagt:

    Ich sehe das ähnlich wie Hanns und auch meine Analyse geht in eine vergleichbare Richtung. Ich halte das auch für strategisch zu kurz gesprungen und gerade in Verbindung mit einer App oder dergleichen hätte man sicherlich auch im Internet ein wenig etwas verdienen können. Nun ist die Abhängigkeit von Facebook viel zu groß und man muss überall hingehen, wo auch Facebook hingeht. Auch Myspace, Second Life usw. hatten ähnliche Hypes und nun? Ich denke in 1-2 Jahren wird man wieder anders über die eigene Seite denken.

  4. [...] bereits auf einigen anderen Blogs berichtet wurde, hat sich das Magazin FHM dazu entschlossen, seinen Auftritt im Internet [...]

  5. Tobias sagt:

    Ich persönlich, unabhängig davon ob es richtig oder falsch ist die Webseite lahm zu legen, finde das einen sehr bedenklichen Trend. Und nicht nur bedenklich. Man stelle sich vor, alle Webseiten, denen es im Grunde ähnlich geht, leiten Ihre Domain nun auf das Facebook-Profil um?!
    Mir geht die Vielfalt verloren. Mir geht das Profil verloren. Denn wie es im Artikel so schön heißt, “so ist Facebook nicht das Web.”. Ich will keinen Einheitsbrei! Und vor allem will ich kein Facebook Accout haben müssen, um mir bestimmte Informationen zu besorgen.

    Und wie sieht das eigentlich mit den Datenschutzbestimmungen aus? Räumt FHM Facebook nicht komplette Nutzung aller Inhalte eines Profils ein? Wie können die das zulassen?

    Und was ist mit Menschen wie ich, die keinen Facebook Accout haben wollen? Ich will mich nicht irgendwo anmelden müssen, um Informationen zu erhalten.

    Was ist mit…ach, ich finde das einfach nur schade und sehr bedenklich. Hoffentlich hat dieser Hype bald ein Ende.

  6. Hanns sagt:

    Man stelle sich nur mal die Situation vor, dass Facebook die FHM-Fanpage z.B. wegen anzüglicher Fotos sperrt. Ähnliche Fälle gab es schon bei Facebook und auch bei Apple im App-Store. In die Abhängigkeit sollte sich kein Unternehmen begeben.

  7. markus sagt:

    Ich komme aus dem klassischen Verlagswesen … ich werde wohl aber noch eine Zeitlang brauchen, bis ich diesen Schritt verstehen kann. Mir kommen jetzt nur reine Kostengründe als Grund in den Sinn (Personal/Technik, mittel-/langfristig), aber sich aus dem Internet “zurückzuziehen”, halte ich für den falschesten aller falschen Schritte. Facebook selbst verstehe ich gegenwärtig als keinen Ersatz für eine eigene Webpräsenz. Komisch …

  8. Volksbank sagt:

    Selbst Kostengründe können einen solch dummen Schritt nicht rechtfertigen. Die inhaltliche Pflege muss ja auch bei der Präsenz in facebook gewährleistet sein. Diese Looser-Strategie wird keine Schule machen.

  9. Was für ein trauriger Tag für die Eigenständigkeit einer Blattes.

    Facebook reagiert schon bei dem kleinsten Ansatz von Erotik zickig und kann laut seiner AGBs die ganze Fanseite einfach sperren oder sogar löschen.
    Welch unsägliche Berater (von dieser deppernden Werbeagentur JvM die immer noch in den Goldenen 90ern rumhängen) mal ganz abgesehen, haben hier FHMs Unabhängigkeit zu Grabe getragen???

    Sicherlich ist eine fb Site keine dumme Idee, aber doch immer nur als eine von VIELEN Maßnahmen.
    Manoma, das geht wirklich besser und das sagt jemand, der mit seiner Firma 1995 die Bank24 und die ersten Onlinetickets der Lufthansa via Internet ermöglichte (nein, das war nicht Springer&Jacobi – die hatten nur den Auftrag und konnten es damals alles noch nicht und kamen daher zu mir ;-) )))

  10. [...] Nachricht die ich überraschend fand. Das Männermagazin hat die eigene Webseite aufgegeben und wechselt zu Facebook. Wenn wir mal ehrlich sind, dann hat dies auch viele Vorteile. Man spart [...]

  11. [...] Aus SEO-Sicht stellt sich natürlich die Frage, warum man eine neue Unternehmenswebseite dann unbedingt auf eine neue Domain packen muss. Denn die neue Seite ist nun unter fhm-magazin.de erreichbar und nicht mehr unter der alten Domain FHM-online.de. Zumindest das CMS scheint jedoch schon einmal etwas besser im Sinne der Titeltags und sprechenden URLs. VN:F [1.9.17_1161]please wait…Rating: 0.0/5 (0 votes cast)Ähnliche interessante Blogbeiträge: [...]

  12. Man darf auch nicht vergessen, dass das Anschauen “solcher” Facebookseiten für jeden Besucher ein für immer gespeichertes Profil bedeutet. Rechtlich sicher spannend für FHM.
    Ich kann den Schritt strategisch auch nicht nachvollziehen, seine Eigenständigkeit komplett aufzugeben und sich auf Gedeih und Verderb auf das Wohlwollen und die künftigen Ideen einer kommunikativ schwer erreichbaren Company in USA zu verlassen?
    Wir werden sehen, wie sich das weiter entwickelt…

  13. Weiß jemand von Euch, ob FHM ggf. wie viele andere Verlage auch “special deals” mit den Contentschleudern ala /marktplatz gemacht hat und im Hintergrund Links verkauft wurden? Möglicherweise hat ihnen das keinen Spaß mehr gemacht, von Google dafür abgestraft zu werden?
    Bei Google kann man nicht mehr recherchieren, denn die haben die Seiten mit einer fehlerhaften robots.txt blockiert:

    http://www.fhm-online.de/robots.txt

    Vielleicht sind sie aber auch nur deswegen aus dem Index gefallen?

  14. Stimmt, Linkdeals könnten durchaus auch ein plausibler Grund sein. Logisch ist so eine Entscheidung zumindest für mich nicht nachvollziehbar. Ein Tausch der eigenen Web-Präsenz gegen eine Präsenz auf der Plattform eines Drittanbieters, von dem man daraufhin vollständig abhängig ist, klingt für mich nach keinem wirklich sinnvollen Deal… ;-)

  15. Hanns sagt:

    Der Sichtbarkeitsindex ist 2010 eingebrochen, weil FHM seine Website tatsächlich vom Netz genommen und nur noch auf Facebook gesetzt hat. Nach ein paar Monaten haben sie die Entscheidung bereut und sind wieder mit einer eigenen Website online gegangen. “Schlauerweise” mit einer neuen Domain ohne 301-Weiterleitung… die Geschichte ging lustig weiter https://plus.google.com/u/0/107294527000562680486/posts/6w3trNmD3yu

  16. @hanns: Aber warum dann die fehlerhafte robots? Google zeigt keinerlei Treffer bei einer site: Abfrage an. Wenn eine Site online ist, will man sie doch auch im Index haben? Seltsam…

  17. Hanns sagt:

    @Mario: Sie sind jetzt ja mit fhm-magazin.de und nicht mehr mit fhm-online.de unterwegs. Grundsätzlich darf man da aber, glaube ich, auch nicht nach Sinn und Logik fragen.

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