Google Universal Search und AdWords verdrängen die organischen Treffer aus dem sichtbaren Bereich

Sichtbarkeit SERPS (zum Vergrößern Bild klicken)
Sichtbarkeit SERPS (zum Vergrößern Bild klicken)
Heute wurden von SISTRIX neue Statistiken über die Universal Search veröffentlicht. Demnach blendet Google bei fast 50 Prozent der Suchen in Deutschland auf der Suchergebnisseite Treffer der Universal Search ein (Shopping, News, Blogs, Bilder, Videos, Maps).

Ich möchte das Thema gerne um eine Fragestellung erweitern. Wie stark verdrängen die Ergebnisse der Universal Search (und AdWords-Anzeigen) die Sichtbarkeit der “ganz normalen” Treffer des organischen Rankings?

Um es kurz zu machen, im Extremfall sehen etwa 70 Prozent der Nutzer nur noch AdWords-Anzeigen und Treffer der Universal Search im sichtbaren Bereich. Um den ersten Treffer des organischen Rankings komplett angezeigt zu bekommen, müssen sie erst die Seite mit den Suchergebnissen scrollen.

Besonders viel Platz nehmen Google Maps mit lokalen Branchenergebnissen ein. In vielen Fällen werden eine Karte und 7 lokale Branchenergebnisse neben der Karte angezeigt (7-Pack). Laut SISTRIX werden bei 7,1 Prozent der Suchen in Deutschland Google Maps auf der Suchergebnisseite eingeblendet. Das deckt sich sehr gut mit Zahlen, die Google für die USA veröffentlicht hat, wonach 1/13 (7,6 %) der Suchergebnisse Google Maps enthalten.

Google stellt unter http://browsersize.googlelabs.com/ ein sehr schönes Tool bereit, mit dem man die Sichtbarkeit der Inhalte einer Website in Abhängigkeit von der Fenstergröße des Browsers anzeigen kann. So lässt sich auf einen Blick erkennen, wie viel Prozent der Nutzer bestimmte Inhalte der Website sehen, ohne scrollen zu müssen. Dieses Tool lässt sich hervorragend nutzen, um auch die Suchergebnisseiten von Google zu überprüfen.

Als Beispiel habe ich eine Suche nach “Hotel New York” durchgeführt (siehe Bild oben – zum Vergrößern anklicken). Auf der Suchergebnisseite finden sich 3 AdWords-Anzeigen im oberen Bereich und darunter das 7-Pack mit Google Maps und lokalen Branchenergebnissen. Diese Elemente nehmen so viel Platz im sichtbaren Bereich ein, dass 70 Prozent der Nutzer den ersten Treffer aus dem organischen Ranking nicht mehr komplett sehen, ohne zu scrollen. Auf diese Weise dürfte ein großer Teil der Klicks auf die Anzeigen und die Treffer von Google Maps geleitet werden.

Natürlich handelt es sich hierbei um ein Extrembeispiel. Nicht alle Elemente der Universal Search nehmen so viel Platz ein wie das 7-Pack und nicht bei allen Keywords gibt es 3 Anzeigen im oberen Bereich. Wie sich die Sichtbarkeit der eigenen Treffer darstellt, kann jeder leicht mit dem Browser-Size-Tool von Google ermitteln.

Auf jeden Fall wird es immer wichtiger Inhalte auch für die Universal Search zu optimieren, um deren Sichtbarkeit in den Suchergebnissen zu garantieren. Nach den Zahlen von SISTRIX ist der Anteil SERPS mit Universal-Search-Integration seit Ende 2008 von 15 Prozent auf jetzt knapp 50 Prozent gestiegen.

4 Gedanken zu „Google Universal Search und AdWords verdrängen die organischen Treffer aus dem sichtbaren Bereich“

  1. Hab mir das eben auch schon bei Johannes durchgelesen, schön dass er das Ganze nochmal durch seine Daten untermauert hat. Man merkt in der Praxis auch schon, dass Inhalte, die in der Vergangenheit mit relativ wenig Aufwand nach oben zu bringen waren, jetzt schwieriger nach oben zu bringen sind. D.h. früher war es noch relativ leicht mit entsprechenden Branchencenter-Einträgen, Bildern, Videos, Shopping-Feeds bei den enstprechenden Keys direkt in den SERPs zu erscheinen. Mit zunehmendem Wettbewerb wird auch das schwieriger. Bald kennen alle die Schrauben, an denen man “On-Page” oder wie man es bei Universal-Search nennen mag, kennen und dann zählen am Ende wieder nur Empfehlungen. Also wenn bspw. zwei Ladengeschäfte Ihre Branchencenter-Einträge genau gleich gut optimiert haben, entscheidet am Ende wieder welche Website mehr Power in Form von Links hat…

  2. Hi Hanns,
    mit den neuen Statistiken von Sistrix und den prozentualen Angaben kann man natürlich super arbeiten. Was die Fenstergrößen angeht, würde ich mich aber lieber auf eigene Daten zu meinen Nutzern verlassen. Die variieren je nach Zielgruppe doch recht stark. Dennoch: Der Überblick ist grausig.

    Ich habe in 2008 schonmal eine (kleine) Auswertung dazu vorgenommen, (http://www.whiteside-seo.de/seo/wie-viel-google-passt-ins-bild/). Das war in der Zeit als Google die Oneboxex und Locals immer mehr rausgewürgt hat. Es lohnt sich auf jeden Fall in der eigenen “Nische” diese Entwicklungen stark im Auge zu halten.

  3. Trotzdem gibt es noch in einigen Regionen bzw. kleineren Städte zu wichtigen Begriffe wie Handwerksberufe / Stadt etc. keine oder wenige Branchenergebnisse. Wie viel Potenzial da verschenkt wird, kann man sich mit den oben erläuterten Beispielen ja ausrechnen. Ist halt doch einfacher, das Geld bei Adwords auszugeben 🙂

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